Kaufunktionsstörungen 

Bruxismus _Knirschen

Kaufunktionsstörungen, auch Myoarthropathien oder craniomandibuläre Dysfunktionen genannt, sind Störungen des Kausystems (Kaumuskeln, Kiefergelenk und Zähne). Die Ursachen können psychischer wie physischer Natur sein. Sie äussern sich durch Parafunktionen, wie Pressen oder Knirschen der Zähne, eine verkrampfte Kaumuskulatur und sind oft mit Kopfschmerzen verbunden. Langjährige Kaufunktionsstörungen führen zu Substanzschäden der Zähne und können Kiefergelenksprobleme verursachen. Psychische Ursache ist meist Dysstress. Einige Menschen versuchen ihren Stress, wenn auch unbewusst, durch übermässiges Pressen oder Knirschen der Zähne zu bewältigen. Oft findet dieser Verarbeitungsprozess nachts beim Schlafen statt. Zähne können abbrechen, die Zahnnerven sich entzünden. Vielmals ist es der Partner, der das Zähneknirschen in der Nacht bemerkt. Physische Ursachen können verschobene Halswirbel sein. Häufig ist dies mit verschobenen Lendenwirbeln vergesellschaftet, sog. schiefes Becken. Auch ein verkrampfter Schultergürtel kann die Kaumuskulatur negativ beeinflussen. Okklusionsstörungen als Ursache für Kaufunktionsstörungen, sind eher selten.

Wie sieht die Therapie aus? 

Behandlung

Abhängig vom Destruktionsgrad wird entschieden, welche der nachfolgenden therapeutischen Möglichkeiten zur Anwendung kommt. Zu Beginn wird eine klinische Funktionsanalyse durchgeführt und es werden Abformungen des Ober- und Unterkiefers zur Herstellung von Studienmodellen genommen. Die klinische Funktionsanalyse zusammen mit der technischen Analyse der Studienmodelle des Patienten geben Aufschluss darüber, in welche Richtung therapiert werden kann und soll. Hat der Bruxismus noch keine grossen Spuren an den Zähnen hinterlassen, d.h. sind die Zähne noch nicht stark abradiert und verkürzt, ist das Therapiemittel der Wahl eine Aufbissschiene für den Oberkiefer. In unserer Praxis wird eine Zentrikschiene, die „Michigan-Schiene“, mit optimalem adjustierten Kauflächenrelief zur Entlastung der Zähne und des Kiefergelenks angefertigt. Ist der Destruktionsgrad der Zähne bereits weiter vorangeschritten, muss eine restaurativ-prothetische Therapie in Erwägung gezogen werden. Oftmals werden die Zähne mit Keramikkronen und/oder Tabletops (Keramikauflagen) versorgt, um zum einen den stark substanzgeschädigten Zähnen einen Schutzmantel zu geben und zum anderen die verlorene Bisshöhe wieder herzustellen. Aufgrund der Komplexität der Behandlung, wird vor Beginn eine Behandlungssimulation, die Aufschluss über das ästhetische und therapeutische Ziel der Behandlung gibt, im zahntechnischen Labor vorgenommen. Hierbei wird die Ziel-Situation als „Wax up“ auf den Studienmodellen des Patienten dargestellt. Das bedeutet, die Zähne werden auf dem Patientenmodell individuell mit Wachs aufgebaut bis die Funktion und Ästhetik stimmen. In der Praxis wird dem Patienten seine individuelle, optimale Ziel-Situation anhand der aufgewachsten Modelle vorgeführt. Diese Studienmodelle stellen somit den „Prototyp“ der Ziel-Situation dar. Der Patient kann sich nun vorstellen, wie seine Zähne nach Abschluss der Therapie aussehen könnten. Während der Behandlungsphase kann und soll der Patient Einfluss auf sein späteres ästhetisches Erscheinungsbild nehmen. Es gibt einige Termine in unserem Labor, in denen die Farbe und Form der Zähne bestimmt und optimiert werden, bis dem Patienten das Endergebnis gefällt. Abschliessend wird der neue Zahnersatz eingesetzt und der Patient erhält eine Schiene für die Nacht, um seine Zähne und das Kiefergelenk zu schützen.

Folgen des Knirschens für die Zähne

Attritionen sind das Ergebnis des direkten Aneinanderreibens und –pressens von Zahnflächen gegeneinander, z.B. verursacht durch Bruxismus (Knirschen, Pressen). Durch den Bruxismus verkürzen sich die Zahnkronen, was in vielen Fällen ein ästhetisches Problem ist. Gesundheitliche Folgen sind u.a. Zahnschäden, bis hin zum Abbrechen von Zähnen oder Zahnnerventzündungen, Hypersensitivitäten, Fehlbelastungen der Kiefergelenke und Entzündungen der Kaumuskulatur.

Kommen durch Säure verursachte Auflösungserscheinungen der Zahnhartsubstanzen hinzu, z.B. durch exzessiven Genuss säurehaltiger Getränke oder Speisen (Cola, Sportlergetränke wie Isostar, Orangensaft, Essig, Alkohol etc.), können extreme Substanzschäden mit deutlichem Verlust an Bisshöhe entstehen. Ist dieser Destruktionsgrad erreicht, liegt eine starke ästhetische Beeinträchtigung vor. Nicht nur die verkürzten Zähne, sondern auch das im unteren Drittel eingefallene Gesichtsprofil beeinflussen das Erscheinungsbild des Patienten negativ.

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